Symbolik der Advent- und Weihnachtszeit
Gestern habe ich die 3. Kerze an unserem Adventskranz angezündet und dann beschlossen, dass ich doch noch ein bisschen über die Symbolik dieser besonderen Zeit unseres Jahres schreiben möchte.
Das werde ich nun tun, aber in Fortsetzungen: Adventszeit - Rauhnächte - Thomastag - drei dunkle Tage - Weihnachten - 12 Hl. Tage und Nächte - Hl. Drei Könige.
Adventszeit
Die Adventszeit dauert vom 1. bis zum 24. Dezember. Das heißt, es sind 24 Tage. Und 1 Tag hat 24 Stunden, bestehend aus Tag und Nacht. 12 Stunden Tag und 12 Stunden Nacht. (Stimmt aber nur um den Äquator herum.) D. h. diese 24 Tage sind symbolisch ein abgeschlossener Tag, ein Abschnitt mit einem Anfang und einem Ende.
Advent kommt vom lateinischen "adventus" = "Ankunft". D.h. etwas, zu dem wir am 1. Advent einen Impuls gegeben haben, muss nach 24 "Tagen" = Abschnitten ankommen. Und in diesem Fall haben wir den Impuls gegeben, dass Jesus auf die Erde kommt. Sonst würden wir gar nicht Weihnachten feiern. Und diese 24 Adventstage sind Schritte auf ein Ereignis zu, das wir uns wünschen. Wenn wir also wollen, dass sich ein Wunsch verwirklicht, müssen wir auch die Schritte dahin gehen. So wie Kinder jeden Tag die Türchen an ihrem Adventkalender öffnen und genau wissen, dass das Christkind oder der Weihnachtsmann erst kommt, wenn alle Türchen offen sind. Es ist eine Zeit des Wartens und es sollte eine Zeit sein, in der wir sicher sind, dass sich das Gewünschte auch manifestiert.
In der Adventszeit haben wir auch noch den Adventskranz. Er ist ein Kranz, meist aus grünen Tannenzweigen geflochten, mit 4 Kerzen darauf. Die grünen Tannenzweige sind ein Symbol für Leben. Die Tanne grünt auch im Winter. Die Kerzen werden an den 4 Sonntagen im Advent nacheinander angezündet, wobei die 1. Kerze Hoffnung, die 2. Kerze Frieden, die 3. Kerze Freude und die 4. Kerze Liebe bedeutet. Und wenn alle 4 Kerzen brennen sollten also Hoffnung, Friede, Freude und Liebe einen Menschen erhellen!
Am 21. Dezember feiern wir den "Thomastag". Thomas war einer der 12 Jünger Jesu. Der Apostel Thomas steht für den Typ Mensch, der die Dinge eher vom Kopf her angeht, der nur glaubt, was man sehen, anfassen und beweisen kann. Er weigerte sich zu glauben, dass der auferstandene Jesus den 10 anderen Aposteln erschienen war, bis er Jesu Kreuzigungswunden selbst sehen und fühlen konnte. Die Geschichte findet sich im Johannesevangelium.
Heute wird ein Skeptiker, der sich weigert zu glauben, ohne eine direkte persönliche Erfahrung zu haben, ein ungläubiger Thomas genannt.
Die Thomasnacht, die Nacht vom 20. auf den 21. Dezember, ist die längste Nacht des Jahres, verbunden mit der Wintersonnenwende. Der Thomastag ist also der kürzeste Tag. Wir erreichen eine Schwelle. Ein Prozess kehrt sich um. Ab jetzt werden die Tage langsam wieder länger.
Wenn wir aber jetzt an den Anfang der Adventszeit gehen, da, wo es angefangen hat, dass wir auf etwas warten (egal auf was), da könnte einen, nach 21 Tagen bzw. 21 Abschnitten, schon der Zweifel kommen, ob das, was wir uns so wünschen noch erscheinen wird. Da können wir schon zu einem "ungläubigen Thomas" werden, verzweifeln und in Traurigkeit und Depression versinken.
Auch das zeigt sich in diesen Tagen, denn nach dem Thomastag kommen 3 dunkle Tage. Hier haben wir die symbolische Drei, denn im wirklichen Leben sind es meist mehr als drei Tage, meist Jahre.
Diese Tage nach diesem kürzesten Tag werden auch nicht spürbar länger. Erst an Weihnachten kann man eine Veränderung bemerken.
Die Thomasnacht ist auch die 1. Rauhnacht. Dieses Wort kommt von Rauchnacht. Früher war es in kath. Familien Brauch vor hohen Festtagen das Haus auszuräuchern. Man verbrannte Heilpflanzen oder Weihrauch und setzte deren Aromen frei. Jeder anwesende Mensch, aber auch Dämon oder sonstige böse Geister und auch jedes Tier mussten diese Aromen einatmen. So wurde alles Böse vertrieben und aus dem Haus gejagt.
Die Rauhnächte/ -tage werden auch gern dazu genutzt zu entrümpeln, alles aus dem Haus zu bringen, was nur noch herumsteht oder -liegt, aber nicht mehr zum momentanen Leben gehört. Und ein rituelles Bad in Meersalz reinigt auch den Körper.
Eine andere Überlieferung sagt, dass die Rauhnacht vom Wort "raunen" kommt. Während der Rauhnächte soll Wotan zur Wilden Hetz aufbrechen. Man hört das Raunen im Wind. (Wotan ist der oberste aller Germanengötter. Je nach Region tritt er unter verschiedenen Namen auf. Während er bei den Südgermanen die Bezeichnung Wotan hat, ist er in Nordeuropa als Odin bekannt.)
Heiliger Abend, jetzt ist es soweit! Die Weihnachtszeit beginnt. Jetzt wird eine gewaltige Bilderwelt aktiviert. Die meisten Bilder sind frühkindliche Eindrücke. Sie knüpfen an einen mit Kerzen und Kugeln geschmückten Weihnachtsbaum, darin vielleicht versteckte Süßigkeiten, an eine Krippe und an Engel, die über dem Ganzen schweben. Und natürlich Geschenke! Über allem ist ein Glanz der sich aber nicht nur in Kinderaugen spiegelt. Und alles ist mit einer Stille verbunden. Weihnachten ist nicht nur ein äußeres Fest, sondern zutiefst ein inneres.
Und in dieser heiligsten Nacht wird ein Kind geboren, ein Kind, das einmal ein Christus werden wird, ein Erlöser.
In unserer Kultur schmücken wir zu Weihnachten einen Baum. Es gibt aber schon zwei wichtige Bäume. Da ist der Baum der Erkenntnis von dem Eva, von der Schlange verführt, verbotenerweise einen Apfel genommen hat und davon auch gegessen hat. Und dann hat sie Adam verführt, der dann auch von diesem Apfel abgebissen hat. - Dadurch wurden sie aus dem Paradies getrieben, aus der Einheit mit Gott, aber mit der wunderbaren Möglichkeit der Erkenntnis.
Dann gibt es noch den Baum des Lebens, der uns den Weg zurück zeigt in das Reich Gottes. Dieser Weg ist verbunden mit den Lehren von Jesus Christus. Er sagt: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben."
Und jetzt stehen wir wieder einmal vor dem Christbaum mit seinen Kerzen und sehen das Grün des Baumes, ein Zeichen des fortwährenden Lebens und die Kerzen, die Licht in die Dunkelheit bringen. Und Licht ist ein Symbol für Erkenntnis.
Ein Kind ist geboren. Es liegt in einer Krippe in einem Stall. Es ist noch sehr versteckt vor der Welt. Eine Ahnung taucht auf, dass alles gut werden wird. Die 3 Tage der Finsternis sind vorbei. (Die Heilige Nacht ist die 2. Rauhnacht.)
Einmal im Jahr können wir innerhalb von 12 Nächten bzw. Tagen, den sogenannten Hl. Nächten den ganzen Tierkreis erleben, allerdings in umgekehrter Reihenfolge als gewohnt.
Jesus ist am symbolisch am 25. Dezember geboren und dieser Tag ist dem Tierkreis "Fische" mit dem Herrscher "Neptun" zugeordnet. D. h. der 26. Dezember gehört dann zu "Wassermann" mit "Uranus", der 27. Dezember zum "Steinbock" mit dem "Saturn" usw. bis wir am 6. Januar beim "Widder" mit der Marsenergie angelangt sind. - Der Geist steigt herab auf die Erde.
Es sind eigentlich 13 Hl. Nächte. Die Sylvester Nacht (wieder eine Rauhnacht) wird aber nicht mitgerechnet, sondern als "Lücke in der Zeit" behandelt.
Der 28. Dezember ist der "Unschuldige Kindertag". Es ist ein Gedenktag an die in Bethlehem ermordeten männlichen Neugeborenen durch König Herodes. Der hatte gehört, dass ein Kind geboren wird, das sehr mächtig werden wird. Und er wollte keine Konkurrenz. Wie wir wissen, funktioniert das auch heute noch nicht wirklich!
Die Nacht vom 31. Dezember auf den 1. Januar, die Silvesternacht ist wieder eine Rauhnacht, aber symbolisiert auch die Lücke in der Zeit. Es ist ein Wechsel von Energien, etwas Altes, das, was verbraucht ist, ein Jahr entschwindet, damit ein neues Jahr entstehen kann. Ein Jahr mit neuen Möglichkeiten.
Das Fest der Hl. Drei Könige, am 6. Januar, schließt die Weihnachtszeit ab. Die Nacht zum 6.1. ist die 4. Rauhnacht und damit der 6. Januar noch einmal gut zum Räuchern und Weggeben der Dinge, die nicht mehr gebraucht werden.
In der Weihnachtsgeschichte reisen 3 Könige, drei weise Männer, Caspar, Melchior und Balthasar, aus dem Morgenland an, um Jesus zu ehren, von dessen Geburt sie gehört haben. Ein Stern führt sie.
Jetzt wird Jesus, aus dem einmal ein Christus wird, in unserer Welt für alle sichtbar.
Der 6.Januar ist ein Hochfest der Katholischen Kirche, die Erscheinung des Herrn (Epiphanie).
Wenn wir die Heiligen Nächte bewusst erlebt haben, sind wir jetzt am letzten Tag angelangt und dieser entspricht im Tierkreis dem Zeichen "Widder" (= ein männliches Schaf). Es ist das 1. Zeichen in unserer Zählung, hier, im Frühling beginnt alles. Und wir Menschen gehen entwicklungsmäßig den Weg vom Widder bis zum Fisch.
Jesus hat auch später gesagt:"Ich bin das Lamm Gottes". Und Johannes sagte: "Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt." Jetzt wird Jesus, aus dem einmal ein Christus wird, in unserer Welt für alle sichtbar.